Sehr geehrter Herr Ballack,

Michael Ballack

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Sie waren ein hervorragender Fußballer, und sind es sicherlich auch heute noch. Sie haben in Ihrer Karriere viel erreicht und gewonnen, leider nicht alles. So etwas bleibt Ausnahmespielern vorenthalten, die dann auch noch zur richtigen Zeit im richtigen Verein spielen – Glück gehört halt auch dazu. Nichts desto trotz bleiben Ihre tollen Spiele und unvergleichlichen Tore (vor allem die wirklich wichtigen) allen in Erinnerung. Daneben natürlich auch die tragischen Momente beim Verpassen wichtiger Titel oder Turnier-Endspielen – letzteres haben Sie sich bei der WM 2002 leider selbst zuzuschreiben … sorry.
Nun ist allerdings der Zeitpunkt gekommen etwas kürzer zu treten. Mit zunehmenden Alter nimmt das Verletzungsrisiko zu, wie Sie ja unlängst selbst erfahren konnten. Eine logische Konsequenz daraus hat der Bundestrainer Joachim Löw gezogen, indem er Sie nicht weiter für den DFB-Kader berücksichtigen will. In meinen Augen absolut verständlich, blickt man auf die vorhandenen „Alternativen“ im defensiven Mittelfeld, die sich in den vergangenen Spielen, vor allem der WM 2010, bewährt haben.

Als ich heute morgen Ihre Reaktion auf diese Konsequenz in der Presse gelesen habe musste ich mir alledings doch etwas verwundert die Augen reiben. Ich frage einfach mal ganz salopp: „Was bitteschön soll das“?? Herr Ballack, Sie sind mittlerweile 34 Jahre alt, man sollte eigentlich davon ausgehen, dass Sie aus dem Kindergarten-Alter heraus sind? Jeder, also wirklich jeder, weiss was Sie für den deutschen Fußball geleistet haben. Aber irgendwann ist einmal der Zeitpunkt gekommen, an dem andere Spieler nachrücken und „das Feld übernehmen“. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt da … oder besser: er war schon vor zwei Jahren da. Sollten Sie dies nicht mitbekommen haben, muss man sich ernsthaft fragen, in welchem Universum Sie leben. Eigentlich hätten Sie es durch Ihre Spiele in der Bundesliga schon sehen können, spätestens ein paar Spieltage vor dem Ende der abgelaufenen Saison … als einer der jüngsten Mannschaften der Bundesliga-Geschichte (oder sogar die jüngste? Ich muss zugeben, ich weiss es nicht) deutscher Meister geworden ist.

Wenn Ihr Ansinnen ist, als Reservist auf der Bank platz zu nehmen, fragen Sie doch einfach mal Ihren ehem. Kollegen Herrn Kahn, wie das damals so war. Sie sollten sich eh mal mit ihm unterhalten, denn im Gegensatz zu Ihnen hat er seinen (gezwungenen) Abschied wie ein grosser Sportler angenommen und ist so (zumindest mir) in positiver Erinnerung geblieben. Ihre „rumzickerei“ hingegen sorgt aktuelle eher für ein „Ach der Ballack, die olle Diva … gut das der weg ist“!

Lieber Herr Ballack, akzeptieren Sie Ihr Alter und das Ende Ihrer Karriere in der A-Nationmannschaft! Lassen Sie sich von uns, den Fans, gebührend verabschieden, in einem Spiel gegen Brasilien (heck, wer da „nein“ sagt … ich weiss es nicht). Aber wenn Sie das nicht wollen … bringen Sie bitte keine Pressemeldungen mehr heraus und geben keine Interviews mehr. Aus dem Kindergarten-Alter sind wir, die Fans, nämlich (fast alle) raus!

Mit freundlichen Grüßen!

1 Antwort

  1. stoerkser sagt:

    Alles das ist richtig, aber eine beesere Verabschiedung waere auch moeglich gewesen.

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